Wie schreibe ich eine Einladung, wenn ausgerechnet Englisch bei manchen Unsicherheit auslöst?

Am wirksamsten rückt die Einladung das in den Mittelpunkt, was an diesem Abend tatsächlich passiert – kennenlernen, austauschen, gemeinsam lachen. Englisch wird darin beiläufig erwähnt, als selbstverständlicher Teil des Abends.

Was steckt hinter der Frage „Kann ich das so schreiben?

Eine Mentee wollte für einen Unternehmerinnen-Stammtisch eine Einladung schreiben. Manche der Frauen fühlen sich mit Englisch nicht wohl, und sie wollte niemanden ausschließen, gleichzeitig aber zur Teilnahme ermutigen.

Ihre Frage war, ob sich das so formulieren lässt. Auf den ersten Blick geht es dabei um Grammatik und Wortwahl. Eigentlich geht es um etwas anderes: wie sich jemand einladen lässt, wenn ausgerechnet das Thema, um das es geht, bei manchen Unsicherheit auslöst.

Warum wirkt „Du musst kein perfektes Englisch sprechen“ oft gegenteilig?

Ein Satz wie dieser klingt zunächst beruhigend. Für jemanden, der sich ohnehin unsicher fühlt, kann er aber den gegenteiligen Effekt haben: „Offenbar könnte mein Englisch hier tatsächlich ein Thema sein.“ Eine gut gemeinte Formulierung verstärkt damit genau die Unsicherheit, die sie eigentlich auflösen sollte.

Was steht dann besser im Mittelpunkt?

Die Erfahrung des Abends selbst: Menschen kennenlernen, sich austauschen, zuhören, neue Kontakte knüpfen. Wenn die Einladung genau das in den Mittelpunkt rückt, wird Englisch zu einem selbstverständlichen Teil des Abends.

Muss die Einladung auf die Englischkenntnisse eingehen?

Ein Satz wie „Auch wenn dein Englisch nicht so gut ist, bist du herzlich willkommen“ ist nett gemeint, sagt aber im selben Atemzug: wir wissen, dass es bei dir nicht so gut ist. Konkrete Unterstützung wirkt oft angenehmer: „Du kannst jederzeit nachfragen, dir etwas wiederholen lassen oder erst einmal zuhören.“ Das zeigt, dass unterschiedliche Englischkenntnisse willkommen sind, ohne die Schwäche selbst zu benennen.

Was hat das mit guter Trainingsarbeit zu tun?

Für mich gehört diese Frage zum Kern guter Trainingsarbeit. Es geht dabei selten nur um die richtige Formulierung – es geht darum, was jemanden davon abhalten könnte, zuzusagen, und wie sich diese Hürde kleiner machen lässt. Das gilt für Einladungen auf Englisch genauso wie für jeden Kurs oder Workshop: am Ende entscheidet oft weniger die perfekte Formulierung als das Gefühl, willkommen zu sein.

Wenn Sie öfter überlegen, wie Sie jemanden ansprechen, ohne genau die Unsicherheit zu wecken, die Sie eigentlich auflösen wollen, ist das einer der Punkte, an denen wir im Mentoring für Sprachtrainer:innen ansetzen. Der Business-Klarheitscheck zeigt in wenigen Minuten, wo bei Ihnen der größte Hebel liegt.

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