„Wie höre ich auf, mich beim Sprechen selbst zu kontrollieren?”

Sich das einfach vorzunehmen, funktioniert nicht. Die innere Kontrolle lässt nach, wenn Sie oft genug erleben, dass ein Fehler Sie nichts kostet. Sie reagiert auf Erfahrung, nicht auf Vorsätze.

Warum das so ist

Die Selbstkontrolle ist keine schlechte Angewohnheit. Sie erfüllt eine Aufgabe: Sie soll verhindern, dass Sie vor Menschen, deren Urteil zählt, ungenau oder unbeholfen wirken. Je mehr für Sie auf dem Spiel steht, desto gründlicher arbeitet sie.

Warum das unter Druck so zuverlässig passiert: Was passiert, wenn die alte Unsicherheit zurückkommt?

Deshalb reagiert sie nicht auf Vorsätze. Wer sich vornimmt, sich weniger zu kontrollieren, kontrolliert damit erst recht: Die Aufmerksamkeit bleibt beim eigenen Sprechen statt beim Gegenüber.

Was sie leiser macht, ist Erfahrung. Wenn Sie einen holprigen Satz sagen und im Raum passiert nichts – niemand runzelt die Stirn, das Gespräch läuft weiter, Ihr Argument kommt an –, bekommt Ihr System eine neue Information: Es ist nichts Schlimmes passiert. Nach genügend solchen Momenten rechnet es mit weniger Gefahr, und die Kontrolle meldet sich seltener.

Wo Sie anfangen können

Dafür müssen Sie nicht gleich ein Gespräch mit einem wichtigen Kunden riskieren. Es gibt Situationen, in denen etwas auf dem Spiel steht, aber nicht alles: ein internes Meeting mit Kolleginnen im Ausland, ein Routine-Call mit jemandem, den Sie gut kennen, die zehn Minuten Small Talk, bevor der eigentliche Termin beginnt. Wichtig genug, dass die Kontrolle sich meldet, und harmlos genug, dass ein sprachlicher Fehler nichts kaputtmacht.

Sagen Sie dort bewusst nicht noch einmal den Satz, den Sie gerade korrigieren wollten. Lassen Sie einen kleinen Fehler stehen. Suchen Sie nicht sofort nach dem besseren Wort. Und beobachten Sie, was passiert.

Meistens passiert: nichts. Das Gespräch geht weiter, Ihr Gegenüber versteht Sie, vielleicht bemerkt es den Fehler nicht einmal. Solche Momente zählen – weniger, weil Fehler an sich nützlich wären, mehr weil Ihre Kontrolle die Erfahrung braucht: Ich kann nicht alles kontrollieren und mache mich trotzdem verständlich.

Was Sie erwarten können

Ganz verschwinden wird sie nicht. Ein Teil dieser Aufmerksamkeit ist der Grund, warum Sie präzise formulieren, und den wollen Sie behalten.

Eine geschützte Übungssituation bringt Sie hier allerdings nicht weit. Die Kontrolle meldet sich nur, wenn etwas auf dem Spiel steht – wo nichts passieren kann, taucht sie gar nicht erst auf. Wenn die Schwierigkeit darin liegt, spontan vor einem wichtigen Gesprächspartner zu sprechen, muss irgendwann genau das geübt werden: spontan, mit echtem Inhalt, ohne die Möglichkeit, jeden Satz vorher zu prüfen.

 

Die Kurzantwort auf diese Frage steht bei den Häufige Fragen zum Englisch-Coaching.

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