„Ich verstehe alles auf Englisch. Warum bekomme ich es trotzdem nicht raus?”

Sie sitzen im Meeting und folgen mühelos. Sie verstehen jede Wendung, Sie wissen genau, was Sie sagen wollen, innerlich nicken Sie längst. Dann sind Sie dran, und es kommt nichts. Oder es kommt langsam, stockend, ein Bruchteil von dem, was Sie eigentlich denken.

Danach der vertraute Gedanke: Wenn ich doch alles verstehe, warum kann ich es nicht sprechen? Vielleicht bin ich einfach nicht gut genug.

Das ist der falsche Schluss. Und er hält sich hartnäckig.

Verstehen und Sprechen sind zwei verschiedene Aufgaben.

Ihr Gehirn macht beim Zuhören etwas anderes als beim Sprechen. Beim Verstehen erkennen Sie: Das Wort kommt zu Ihnen, Sie müssen es nur wiedererkennen. Beim Sprechen müssen Sie es selbst abrufen, schnell, unter Druck, während Sie gleichzeitig dem Gespräch folgen und im Kopf die Zeit ticken hören.

Erkennen ist immer leichter als abrufen. In jeder Sprache, auch in Ihrer Muttersprache. Sie verstehen tausende deutsche Wörter, die Sie selbst nie in den Mund nehmen würden. Auf Englisch fällt dieser Abstand nur stärker auf.

Deshalb ist die Lücke kein Mangel.

Gerade weil Sie so gut verstehen, erwarten Sie, dass das Sprechen genauso leicht geht. Wenn es das nicht tut, ziehen Sie den naheliegenden, aber falschen Schluss: Mein Englisch reicht nicht.

Dabei fehlt Ihnen kein Wissen. Sie verstehen ja alles. Es fehlt die Übung im Abrufen, im richtigen Moment. Kein Wissensproblem also, sondern ein Zugriffsproblem.

Was die Lücke wirklich schließt.

Mehr Input hilft hier nicht. Noch ein Podcast, noch ein Artikel, noch eine Vokabelliste füttert nur das Verstehen, das ohnehin schon gut ist. Das Sprechen wächst nur durch eines: Sprechen.

Und zwar in kleinen Portionen, lange bevor es sich rund anfühlt:

  • Sagen Sie laut, was Sie gerade tun oder gleich vorhaben, auf Englisch.
  • Beantworten Sie eine Frage, bevor Sie den perfekten Satz im Kopf gebaut haben.
  • Melden Sie sich einmal pro Meeting, mit einem Satz, der nicht perfekt sein muss.

Jedes Mal trainieren Sie das Abrufen, nicht das Erkennen. Genau die Stelle, an der es bei Ihnen hakt.

Sie müssen nicht mehr lernen. Sie müssen rankommen.

Dass Sie alles verstehen, ist der Beweis: Das Englisch ist längst da. Es liegt nicht außerhalb von Ihnen, es liegt nur einen Moment zu weit weg, wenn der Druck steigt. Sie müssen nichts mehr hineinpacken. Sie müssen nur schneller an das herankommen, was schon drin ist.

Wenn Sie das üben möchten, in einer Runde, in der ein stockender Satz völlig in Ordnung ist: Kommen Sie zu meiner nächsten Speak Easy Session. Echtes Sprechen, ohne Druck, genau die Übung, um die es hier geht.

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