
Englisch unter Druck: Was passiert, wenn die alte Unsicherheit zurückkommt?
Sie kommt zurück. Unter hohem Druck greifen alte Muster leichter, auch nach Monaten guter Gespräche. Was sich verändert, ist die Dauer: Diese Momente werden kürzer, und Sie kommen schneller wieder heraus.
Warum das so ist
Vor ein paar Tagen wurde ich für einen Podcast interviewt. Auf Deutsch. Ich lebe schon länger hier, als ich zugeben möchte, und mein Deutsch ist gut. Trotzdem saß ich da und spürte den Druck: korrekt sprechen, nicht zu viele Fehler machen und gleichzeitig auf Fragen antworten, die ich vorher nicht kannte.
Zwei Aufgaben auf einmal. Die eine achtet auf die Form, die andere sucht nach dem Inhalt. Je wichtiger die Situation wird, desto lauter wird die erste, und desto weniger Aufmerksamkeit bleibt für das, was Sie eigentlich sagen wollen.
Wie sich die erste leiser stellen lässt: Wie höre ich auf, mich beim Englischsprechen selbst zu kontrollieren?
Genau das kann auch auf Englisch passieren. Ein Vorstandstermin, ein Kunde, den Sie verlieren könnten, jemand im Raum, dessen Urteil Ihnen wichtig ist – in solchen Situationen wird der Zugriff auf das, was Sie eigentlich können, wieder enger.
Deshalb fühlt sich Fortschritt manchmal widersprüchlich an. Sie wissen, dass Sie es können. Sie haben es schon oft erlebt. Und trotzdem stocken Sie plötzlich wieder.
Der Unterschied zeigt sich danach. Früher hat so ein Moment vielleicht ein ganzes Meeting geprägt, manchmal die Tage danach. Mit der Zeit wird er kürzer. Irgendwann merken Sie, dass Sie stocken, und sprechen trotzdem weiter.
Was Sie erwarten können
Der Rückfall fühlt sich oft schlimmer an als die Unsicherheit am Anfang. Am Anfang haben Sie nichts erwartet, nach ein paar guten Gesprächen schon. Deshalb trifft es härter, wenn es dann doch passiert.
Manche Situationen bleiben schwerer als andere. Es kommt kein Punkt, an dem jedes Meeting leicht ist. Sie werden unter Druck wieder unsicher werden. Das Ziel ist, dass die Unsicherheit Sie nicht mehr so lange festhält — wenn sie auftaucht, bemerken Sie sie und machen weiter.
Wenn die Unsicherheit dagegen nicht nur unter besonderem Druck auftritt, sondern auch in normalen Gesprächen dauerhaft da ist, ist das ein anderes Thema. Dann lohnt sich die Frage: Fehlt wirklich nur der Zugriff auf das, was Sie bereits können? Oder gibt es noch etwas anderes, das Sie daran hindert, sich auf Englisch sicher auszudrücken?
Diese Frage steht in kürzerer Form bei den Häufige Fragen zum Englisch-Coaching.


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