Klingt mein Englisch zu deutsch?

Klingt mein Englisch zu deutsch?

Klingt mein Englisch zu deutsch?

Nein. Und Ihr Englisch muss auch nicht englisch klingen.

Akzent, Aussprache und Kommunikationsstil sind drei verschiedene Dinge. Wenn Ihnen jemand sagt, Sie klingen auf Englisch schroff, geht es oft gar nicht um Ihren Akzent.

Als ich nach Deutschland kam, habe ich mich für meinen Akzent entschuldigt. Eine Dame sagte damals zu mir: „Warten Sie ein Jahr, dann verlieren Sie ihn.” Das ist sehr viele Jahre her. Den Akzent habe ich noch. Und in all den Jahren hat mir niemand gesagt, er sei ein Problem. Im Gegenteil. Die Leute sagen mir, dass sie meine Stimme mögen.

Meine Klient:innen haben die umgekehrte Sorge. Sie fragen, ob sie „zu deutsch” klingen.

Was englische Muttersprachler manchmal als schroff empfinden, liegt selten am Akzent. Drei Dinge können dabei eine Rolle spielen.

Die Satzmelodie

Deutsch und Englisch nutzen Intonation teilweise unterschiedlich. Im Englischen trägt die Melodie eines Satzes viel dazu bei, ob etwas freundlich, neutral oder knapp wirkt. Wird eine deutsche Sprechmelodie ins Englische übertragen, kann ein Satz schneller bestimmter klingen, als er gemeint ist.

Der Redefluss

Deutsch und Englisch gehen auch mit Wörtern im Redefluss unterschiedlich um. Im Englischen werden Wörter häufig stärker miteinander verbunden, und manche Laute sind weniger deutlich hörbar. Wenn jedes Wort sehr klar und einzeln ausgesprochen wird, kann Englisch deshalb abgehackter klingen, als es gemeint ist.

Die Art, etwas zu sagen

Das hat mit Aussprache nichts zu tun. Deutsche Kommunikation ist in manchen Situationen direkter als englische. „That is wrong“ und „I’m not sure that’s quite right“ können inhaltlich dasselbe meinen. Beim Zuhörer kommen sie trotzdem unterschiedlich an. Hier geht es um Wortwahl. Und darum, wie viel Sie Ihrem Gegenüber selbst erschließen lassen.

Woran es sich lohnt zu arbeiten

An der Aussprache arbeite ich meist nicht. Wenn ich etwas korrigiere, wiederhole ich den Satz in der Form, in der ich ihn sagen würde. Mehr braucht es meistens nicht.

Was sich lohnt: Satzmelodie und Wortwahl. Beides lässt sich verändern, ohne dass Sie dabei wie jemand anderes klingen. Ausprobieren können Sie das in meinen Speak Easy Sessions: 30 Minuten echte Gespräche auf Englisch, mit wechselnden Gesprächspartner:innen und ohne Korrekturen oder Unterricht.

Ihr Akzent sagt, woher Sie kommen. Das ist eine Information, kein Fehler.

Vom Korrigieren zum Coachen: Was ich bei EULETA über Global English gesagt habe

Vom Korrigieren zum Coachen: Was ich bei EULETA über Global English gesagt habe

Vom Korrigieren zum Coachen: Was ich bei EULETA über Global English gesagt habe

Ich sage nicht mehr fortnight. Auch nicht brolly, chinwag oder codswallop. Alles sauberes britisches Englisch, und in einem internationalen Meeting hilft es niemandem.

Darüber habe ich im Februar bei EULETA gesprochen, der European Legal English Teachers’ Association. EULETA lädt in der Reihe „External Speaker Training” Referentinnen und Referenten von außen ein. Neunzig Minuten auf Zoom, Kolleginnen und Kollegen aus mehreren europäischen Ländern, und der Verband hatte die Fragen der Teilnehmenden vorab eingesammelt. Sechzehn kamen zusammen, sehr konkrete.

Der Vortrag richtete sich an Trainerinnen und Trainer. Die Fragen dahinter betreffen aber jeden, der Englisch im Beruf benutzt, ohne damit aufgewachsen zu sein.

Global English ist kein schlechteres Englisch

Meine eigene Wende kam, als ich merkte, dass ich Muttersprachler aus anderen Ländern nicht immer verstand. Als Britin. Wenn schon das nicht zuverlässig funktioniert, taugt „perfektes britisches Englisch” schlecht als Maßstab für alle anderen.

Seitdem passe ich mich an. Fortnight wird zu two weeks, splash out zu spend a lot of money, Bob’s your uncle zu there you go. Nichts davon geht verloren, die Sätze werden nur zugänglicher.

Für Sie heißt das: Der größte Teil der englischen Gespräche im Berufsalltag läuft zwischen Menschen, für die Englisch die zweite oder dritte Sprache ist. Ein deutscher Bereichsleiter, eine finnische Projektleiterin, ein brasilianischer Lieferant. Verständlichkeit ist in diesem Raum die eigentliche Währung, und die hängt an Tempo, Pausen und einfachen Sätzen.

Zwei Arten von Fehlern

Bei EULETA habe ich zwischen zwei Sorten unterschieden, und diese Unterscheidung trägt fast meine ganze Arbeit.

Die einen blockieren die Verständigung: das falsche Wort an der entscheidenden Stelle, eine Aussprache, die niemand entschlüsselt, ein fehlender Zusammenhang. Die gehe ich an, zügig und ohne Umschweife.

Die anderen sind lediglich unsauber. „She go” statt „she goes”. Der Satz kommt an, alle haben verstanden, das Gespräch läuft weiter. Der Klassiker bei deutschen Sprechern ist „I have done it yesterday” – grammatisch falsch, inhaltlich vollkommen klar. Diesen Fehler korrigiere ich heute fast nie mehr.

Er hält sich über Jahre, auch bei Menschen mit sehr gutem Englisch. Ich habe nach Jahrzehnten in Deutschland meine eigenen festgefahrenen Fehler im Deutschen, und die verschwinden nicht dadurch, dass jemand mit dem Finger darauf zeigt. Wer dagegen bei jedem kleinen Fehler unterbrochen wird, fängt an, jeden Satz vorher zu prüfen. Dann wird die Sprache steif, und die Person sagt weniger, als sie denkt.

Was erwachsene Lernende tatsächlich bremst

Eine der Fragen lautete, was im Weg steht: die Angst vor Fehlern, schlechte Schulerfahrungen oder etwas anderes. Meine Antwort: die Angst, das Gesicht zu verlieren.

Bei Menschen in gehobenen Positionen ist sie am stärksten. Das Umfeld erwartet, dass jemand auf dieser Ebene es kann, und diese Erwartung sitzt in jedem Meeting mit am Tisch. Dazu kommt die Schulerfahrung, in der ein Satz zuerst auf Fehler geprüft wurde, bevor jemand auf seinen Inhalt reagiert hat.

Das Wissen ist dabei längst vorhanden. Ich lese Maupassant, Camus und Molière. Bitten Sie mich aber nicht, Französisch zu sprechen. Wissen und Sprechen sind zwei verschiedene Fähigkeiten, und nur eine davon lässt sich lesend erwerben.

Für einen Triathlon trainiert man auch nicht, indem man über das Schwimmen liest. Man schwimmt. Vieles davon geht allein, mit Begleitung geht es schneller.

Für einen Triathlon trainiert man auch nicht, indem man über das Schwimmen liest. Man schwimmt, fährt Rad und läuft. Vieles davon geht allein, mit Begleitung geht es schneller.

R.E.S.P.E.C.T. – woran Sie gutes Feedback erkennen

Für die Teilnehmenden habe ich meinen Ansatz in sieben Punkten zusammengefasst, unter dem Stichwort R.E.S.P.E.C.T. Geschrieben ist er für Trainerinnen und Trainer. Sie können ihn auch andersherum lesen, als Maßstab dafür, welche Rückmeldung Sie in Ihrem eigenen Training erwarten dürfen.

R – Relevance. Korrigiert wird, was in Ihrer Welt Schaden anrichtet: Missverständnisse, Verwirrung, ein Verlust an Glaubwürdigkeit. Lehrbuchfehler, die nichts blockieren, bleiben liegen.

E – Empathy. Unter Druck die Sprache zu wechseln ist anstrengend. Sie sind Fachleute, die außerhalb ihrer gewohnten Zone kommunizieren. Anfänger sind Sie nicht.

S – Specific. Klar benannt und ohne Fachjargon: „Sie haben X gesagt, hier brauchen Sie Y, und zwar deshalb.”

P – Practical. Ein Beispiel, das sich morgen wiederverwenden lässt, im Meeting, in der Mail, im Gespräch mit dem Kunden.

E – Encouragement. Korrektur und Anerkennung gehören zusammen. Was bereits trägt, wird ebenso benannt wie das, was fehlt.

C – Curiosity. Nachfragen, ob die Korrektur einleuchtet oder ob Ihnen die Formulierung anderswo schon begegnet ist. So bleibt es ein Gespräch statt einer Ansage.

T – Timing. Den richtigen Moment wählen. Kein Unterbrechen mitten im Redefluss, solange die Verständlichkeit hält. Das meiste kommt nach dem Gespräch.

Nichts davon ist spektakulär. Der Unterschied zeigt sich nach ein paar Monaten, wenn jemand im Meeting einfach weiterspricht, statt innerlich zu prüfen.

Was Sie daraus mitnehmen können

Legen Sie sich zwei oder drei Sätze zurecht, die Ihnen Zeit verschaffen. „That’s a good question. Let me think for a second.” Solche Formulierungen klingen ruhig und kaufen Ihnen genau die Sekunden, in denen Sie sonst ins Stocken geraten. Muttersprachler benutzen sie ständig.

Und sagen Sie Ihrem Trainer oder Ihrer Trainerin, welche Rückmeldung Ihnen hilft. Die wenigsten Menschen tun das, obwohl es ihr Termin ist.

Was ich den Kolleginnen und Kollegen bei EULETA ebenfalls gesagt habe, gehört hierher: Es gibt keinen Zauberstab. Festgefahrene Fehler lösen sich langsam, und Fortschritt verläuft nicht gerade. Manche Kunden reagieren über mehrere Sitzungen hinweg schneller und geraten dann in einem wichtigen Gespräch wieder ins alte Muster. Unter Druck greifen alte Gewohnheiten leichter.

Deshalb setze ich zuerst am Druck an. Kommunikation wächst, wenn der Druck sinkt. Erst wird es ruhiger, dann klarer, dann leichter, und in dieser Reihenfolge stellt sich auch die Genauigkeit wieder ein.

Wenn Sie das Gefühl kennen, dass Ihr Englisch weniger kann als Sie – schreiben Sie mir. Meistens liegt es nicht am Englischen.

Mehr dazu, wie ich arbeite, finden Sie auf der Seite zum 1:1 Englisch Training. Häufige Fragen von Führungskräften beantworte ich auf der FAQ-Seite. Und wenn Sie es lieber gleich ausprobieren möchten: Das Erstgespräch ist kostenlos und dauert dreißig Minuten.

We bought a paper map

We bought a paper map

We got lost on our bikes in northern Germany a few weeks ago. Not properly lost. Just not entirely sure where we were.

My children would have used an app. We had a paper map, so we took several wrong turns. We stopped, looked, guessed, turned again. Twice we ended up somewhere we would never have chosen, and those were the best parts of the week.

Later I read a list of experiences people don’t have any more because of phones. Getting lost was number four.

Something similar happens in English. A sentence goes somewhere you didn’t plan, and you decide the whole thing failed. Your listener is usually still with you. They only want to know where you’re going next.

Getting lost isn’t always a problem to solve.

Quick win: When a sentence goes wrong, say “What I mean is…” and keep going. You don’t have to cycle back to the beginning.

Dear or Hi, and the three minutes in between

Dear or Hi, and the three minutes in between

The email was finished. Then you went back to the top and changed “Hi” to “Dear”. Then back again.

What you’re weighing up in that moment is how you’ll come across. Too casual and you look unprofessional. Too formal and you look cold. So two words get rewritten four times while the rest of the email sits there, done.

Most business emails are less delicate than that. “Dear Mr Schmidt” is formal. “Dear Thomas” is polite and professional. “Hi Thomas” is friendly and completely normal at work. “Hello Thomas” sits quietly between the two.

Any of them is a reasonable choice. Your reader opens the email, sees a name they recognise, and carries on to the part that matters.

(I do the same in German. I know which greeting is safe, and I still sit there for a second.)

Quick win: When you’re unsure, use “Hello” and the first name. It works in most business emails, and nobody reading it will think twice.

Wie schreibe ich eine Einladung, wenn ausgerechnet Englisch bei manchen Unsicherheit auslöst?

Wie schreibe ich eine Einladung, wenn ausgerechnet Englisch bei manchen Unsicherheit auslöst?

Wie schreibe ich eine Einladung, wenn ausgerechnet Englisch bei manchen Unsicherheit auslöst?

Am wirksamsten rückt die Einladung das in den Mittelpunkt, was an diesem Abend tatsächlich passiert – kennenlernen, austauschen, gemeinsam lachen. Englisch wird darin beiläufig erwähnt, als selbstverständlicher Teil des Abends.

Was steckt hinter der Frage „Kann ich das so schreiben?

Eine Mentee wollte für einen Unternehmerinnen-Stammtisch eine Einladung schreiben. Manche der Frauen fühlen sich mit Englisch nicht wohl, und sie wollte niemanden ausschließen, gleichzeitig aber zur Teilnahme ermutigen.

Ihre Frage war, ob sich das so formulieren lässt. Auf den ersten Blick geht es dabei um Grammatik und Wortwahl. Eigentlich geht es um etwas anderes: wie sich jemand einladen lässt, wenn ausgerechnet das Thema, um das es geht, bei manchen Unsicherheit auslöst.

Warum wirkt „Du musst kein perfektes Englisch sprechen” oft gegenteilig?

Ein Satz wie dieser klingt zunächst beruhigend. Für jemanden, der sich ohnehin unsicher fühlt, kann er aber den gegenteiligen Effekt haben: „Offenbar könnte mein Englisch hier tatsächlich ein Thema sein.” Eine gut gemeinte Formulierung verstärkt damit genau die Unsicherheit, die sie eigentlich auflösen sollte.

Was steht dann besser im Mittelpunkt?

Die Erfahrung des Abends selbst: Menschen kennenlernen, sich austauschen, zuhören, neue Kontakte knüpfen. Wenn die Einladung genau das in den Mittelpunkt rückt, wird Englisch zu einem selbstverständlichen Teil des Abends.

Muss die Einladung auf die Englischkenntnisse eingehen?

Ein Satz wie „Auch wenn dein Englisch nicht so gut ist, bist du herzlich willkommen” ist nett gemeint, sagt aber im selben Atemzug: wir wissen, dass es bei dir nicht so gut ist. Konkrete Unterstützung wirkt oft angenehmer: „Du kannst jederzeit nachfragen, dir etwas wiederholen lassen oder erst einmal zuhören.” Das zeigt, dass unterschiedliche Englischkenntnisse willkommen sind, ohne die Schwäche selbst zu benennen.

Was hat das mit guter Trainingsarbeit zu tun?

Für mich gehört diese Frage zum Kern guter Trainingsarbeit. Es geht dabei selten nur um die richtige Formulierung – es geht darum, was jemanden davon abhalten könnte, zuzusagen, und wie sich diese Hürde kleiner machen lässt. Das gilt für Einladungen auf Englisch genauso wie für jeden Kurs oder Workshop: am Ende entscheidet oft weniger die perfekte Formulierung als das Gefühl, willkommen zu sein.

Wenn Sie öfter überlegen, wie Sie jemanden ansprechen, ohne genau die Unsicherheit zu wecken, die Sie eigentlich auflösen wollen, ist das einer der Punkte, an denen wir im Mentoring für Sprachtrainer:innen ansetzen. Der Business-Klarheitscheck zeigt in wenigen Minuten, wo bei Ihnen der größte Hebel liegt.