
Das Englisch, das im Job sitzt – und zwischendurch nicht
Viele Menschen, mit denen ich arbeite, sprechen seit Jahren Englisch im Beruf. In Meetings, in Präsentationen, in Verhandlungen. Das Fachliche sitzt. Und trotzdem erzählen sie mir von einem Moment, der sie ausbremst – und es ist selten der, den man erwartet.
Es ist selten die große Präsentation. Es ist das kurze Gespräch davor.
Eine Kundin hat das kürzlich sehr genau beschrieben. Seit über zwanzig Jahren arbeitet sie international. Die Geschäftssprache ist immer Englisch. Soweit, so unauffällig. Was sie zunehmend störte, waren die vielen kleinen Gespräche zwischendurch – die, in denen es nicht um Fachinhalte geht, sondern um das tägliche Leben. Genau dort fehlten ihr der Fluss, die Vokabeln, die Formulierungen, die im Deutschen einfach da sind.
Dazu kam etwas, das sie selbst überraschte: Englische Podcasts zu Themen jenseits der Arbeit hörte sie ungern. Filme im Original schaute sie kaum. Das Englische war zur Arbeitssprache geworden und sonst zu nichts.
Das ist häufiger, als man denkt. Wer Englisch jahrelang vor allem im beruflichen Rahmen benutzt, baut genau dort seinen Wortschatz auf. Der Rest bleibt liegen. Es ist selten eine Frage des Könnens – das Können ist da. Was fehlt, ist der Zugriff darauf in einem Bereich, den man kaum übt.
Bei dieser Kundin hat sich etwas verschoben, und zwar über einen Weg, der unspektakulär klingt: regelmäßige, niedrigschwellige Gespräche über alles Mögliche. Kein Lehrplan, kein Testdruck. Nach einer Weile beschrieb sie eine Art Schub – Motivation, Lust, Neugier. Sie fing an, sich Vokabeln herauszusuchen. Englische Podcasts hörte sie inzwischen gern. Filme im Original wurden von der Hürde zur Nebensache.
Und das Sprechen? „Ich tue mich viel leichter“, sagte sie. „Es fließt besser.“
Das ist der Punkt. Das Englische, das jemand ohnehin hat, wird auch außerhalb des Meetings wieder erreichbar. Meistens braucht es dafür kein zusätzliches Vokabeltraining. Es braucht einen Raum, in dem der Druck sinkt – und in dem man das Alltägliche einfach wieder spricht. Dann kommt der Fluss von selbst.
Genau daran arbeite ich mit meinen Klient:innen. Ruhig, regelmäßig, an echten Gesprächen.


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