
Die Gewohnheit, die deinen Zugriff auf Englisch unter Druck blockiert
Und die 5-Schritte-Lösung, mit der Sie klar und präsent klingen – auch wenn Ihre Grammatik nicht perfekt ist
„Sorry for my English …” – warum Sie sich kleiner machen, als Sie sind
Viele deutsche Fach- und Führungskräfte starten ihre Sätze auf Englisch mit den gleichen vier Wörtern: „Sorry for my English …“
Bevor Sie überhaupt Ihre Idee gesagt haben, entschuldigen Sie sich schon dafür. Das ist so, als würden Sie ein leckeres Essen servieren und gleichzeitig sagen: „Entschuldigung, wahrscheinlich schmeckt es schrecklich.“
Das Problem: Mit dieser Gewohnheit schwächen Sie sich selbst. Ihre Botschaft wirkt unsicher, bevor sie überhaupt ausgesprochen ist.
Und das passiert ständig – in Meetings, in E-Mails, auf Zoom.
Die einfache Lösung: Say It Anyway
Die nächste Situation, in der Sie sich für Ihr Englisch entschuldigen wollen? Lassen Sie es.
Sagen Sie es trotzdem. Mit Fehlern, falschen Wörtern oder unvollständigen Sätzen – alles erlaubt.
Denn Präsenz im Business-Englisch bedeutet nicht, dass Sie fehlerfrei sind. Sie bedeutet, dass Sie trotzdem sprechen.
Meine eigene Erfahrung mit Fehlern
Als ich angefangen habe, Deutsch zu sprechen, war es … chaotisch.
Ich habe der, die, das so oft verwechselt, dass es fast wirkte, als hätte ich ein eigenes System erfunden. Ich habe Wörter benutzt, die gar nicht existierten. Und ich habe Sätze gesagt, die für Deutsche lustig klangen – in meinem Kopf aber völlig logisch waren.
War das peinlich? Ja. Hat es mich gestoppt? Nein.
Denn wenn ich gewartet hätte, bis mein Deutsch „perfekt“ ist, würde ich heute noch warten. Und trotzdem: Die Leute haben mich verstanden. Sie interessierten sich für meine Ideen – nicht für meine Fehler.
Warum Sie „Sorry for my English“ streichen sollten
Wenn Sie sich entschuldigen, passiert Folgendes:
- Ihr Gegenüber achtet auf Fehler statt auf Ihre Botschaft.
- Sie klingen unsicherer, als Sie sind.
- Sie verschwenden Zeit.
Das Ergebnis: Sie wirken weniger professionell – auch wenn Ihr Englisch völlig ausreicht.
Die 5-Schritte-Checkliste für mehr Präsenz im Business-Englisch
So treten Sie in Ihrem nächsten Meeting klarer und präsenter auf:
- Keine Entschuldigungen. Ihre Präpositionen sind nicht der Grund, warum Sie im Meeting sitzen.
- Sagen Sie zuerst die Idee. Inhalt schlägt Grammatik.
- Machen Sie weiter. Ein Fehler macht nicht Ihre ganze Botschaft kaputt.
- Beobachten Sie die Reaktion. Meistens nicken die Leute einfach und hören Ihnen zu.
- Polieren Sie später nach. Wenn nötig, können Sie danach korrigieren – aber nicht mitten im Gespräch.
Ein Beispiel aus meinem Coaching
Ein Finanzvorstand, mit dem ich gearbeitet habe, startete jedes Meeting mit: „Sorry for my English.“
Das Ergebnis: Er sprach leiser, wirkte unsicher – und die Kollegen übernahmen.
Wir führten eine einfache Regel ein: keine Entschuldigung mehr.
Beim ersten Versuch ohne „Sorry“ stolperte er ein wenig. Die Grammatik war nicht perfekt. Aber: Die Leute hörten ihm aufmerksam zu.
Nach dem Meeting sagte ein Kollege zu ihm: „Du hast heute viel überzeugender gewirkt.“
Nicht, weil sein Englisch plötzlich besser war. Sondern weil seine Haltung sich verändert hatte.
Fazit: Ihr Englisch braucht keine Entschuldigung
Präsenz im Business-Englisch entsteht nicht durch fehlerfreie Grammatik. Sie entsteht, wenn Sie sich trauen, Ihre Gedanken auszusprechen – auch wenn sie nicht perfekt klingen.
Ihre Ideen sind wertvoller als ein grammatikalisch sauberer Satz.
Ihr Englisch braucht Mut, keine Ausreden. Also: Sagen Sie es einfach.


0 Kommentare