Ich jage nicht mehr der Perfektion hinterher
Zwei Fachleute. Sechs Wochen. Ein Ziel: einfach sprechen.
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Sabine und Klaus kannten sich nicht, bevor sie mit dem Programm begannen.
Sabine war Finanzanalystin – präzise, vorbereitet, schriftlich absolut sicher. In Meetings erstarrte sie. Bei Small Talk versteckte sie sich hinter Tabellen und Quartalszahlen. Ihr Englisch war nicht das Problem. Das ständige Zweifeln war es.
Klaus arbeitete in der Personalabteilung – Englisch war für ihn keine Option, sondern Alltag. Vorstellungsgespräche, internationale Telefonate, spontane Flurgespräche. Er kam durch. Aber er entschuldigte sich bei jedem einzelnen Satz.
Beide meldeten sich für ein sechswöchiges English Confidence Programme an – aus demselben Grund: Sie hatten genug von ihrer eigenen Zögerlichkeit.
Woche eins: das Experiment in der Teeküche
Die erste Aufgabe war einfach – und leise erschreckend.
Führen Sie diese Woche ein fünfminütiges persönliches Gespräch mit einem Kollegen. Auf Englisch.
Klaus versuchte es in der Teeküche. Er fragte einen Kollegen nach seinem Wochenende.
Innerhalb von Minuten mischten sich alle ein. Sogar der CEO kam kurz vorbei und plauderte mit.
„It wasn’t perfect“, sagte Klaus. „But it was real.“
Sabines Versuch verlief anders. Sie geriet in Panik – und redete plötzlich über Quartalszahlen.
„Nicht gerade persönlich“, gab sie lachend zu. „Aber es hat mir gezeigt, wie sehr ich mich hinter dem Professionellen verstecke.“
Die Wochen dazwischen
Die Veränderungen kamen nicht dramatisch. Sie kamen leise, eine nach der anderen – die Art, die man erst bemerkt, wenn man zurückschaut.
Sabine hörte auf, alles vorauszuplanen. Einmal schaltete sie sich aus ihrer Küche zu – ohne Make-up, unvorbereitet – und sprach einfach frei.
„Das war ein großer Moment für mich“, sagte sie.
Klaus entdeckte, dass er nicht fehlerfrei sein musste. Die Gespräche, die ein bisschen schiefliefen, waren die nützlichsten. Und eines Morgens wachte er aus einem Traum auf – komplett auf Englisch.
„Weird“, sagte er. „But also a proud moment.“
Woche sechs: keine Notizen, kein Skript
In der letzten Sitzung hielten beide einen zehnminütigen Vortrag. Keine Notizen. Keine Vorbereitung als Krücke. Nur sie selbst und der Raum.
Klaus sprach über seinen Weg – seine Ängste, seinen Fortschritt, die Momente, die ihn überrascht hatten. Sein Team applaudierte.
„Terrifying“, sagte er. „And then exhilarating.“
Sabine ließ ihr Skript nach dreißig Sekunden fallen.
„Ich habe einfach geredet. Und die Leute haben zugehört.“
Danach fragten drei Kolleginnen, ob sie eine informelle Englischgruppe starten würde. Sie sagte ja – und meinte es so. Klaus’ Team hat jetzt den English Thursday.
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Als sie gefragt wurden, was sich verändert hatte, zögerten sie nicht.
Sabine: „I’m not chasing perfect anymore. I’m aiming for real.”
Klaus: „I don’t apologise for speaking English. I just speak.”
