Keine Zeit für Englisch? Was eine Stunde pro Woche tatsächlich leistet

Keine Zeit für Englisch? Was eine Stunde pro Woche tatsächlich leistet

Keine Zeit für Englisch? Was eine Stunde pro Woche tatsächlich leistet

Ich habe keine Zeit, mein Englisch zu verbessern.” Den Satz höre ich oft, und er stimmt meistens. Für einen Kurs mit festen Terminen und Lehrbuch ist in einem vollen Kalender kein Platz, und das schlechte Gewissen darüber hilft niemandem.

Also nehmen wir die Stunde, die Sie haben. Sie macht Sie nicht fließend. Sie hält Sie im Zugriff, und das ist bei Ihnen ohnehin der Engpass.

Was in die Stunde gehört

Zwanzig Minuten Vorbereitung auf ein echtes Meeting. Nicht das ganze Gespräch durchspielen, sondern drei Sätze: der eine Gedanke, den Sie loswerden wollen, eine Frage, die Sie jederzeit stellen können, und ein Übergang, mit dem Sie hineinkommen. Wie das genau geht, steht in So bereiten Sie ein englisches Meeting vor.

Fünf Minuten danach. Was wollten Sie sagen und haben es nicht gesagt? Diese eine Formulierung nachschlagen und aufschreiben. Das ist der Wortschatz, den Sie tatsächlich brauchen, und er kommt aus Ihrem eigenen Kalender.

Zehn Minuten laut. Eine Ihrer englischen Mails oder die nächsten Folien laut lesen. Sie hören dabei sofort, wo Ihr Satz stolpert, und Ihr Mund gewöhnt sich an Wörter, die er sonst nur liest.

Der Rest ohne Agenda. Eine Serie, ein Podcast, ein Telefonat mit jemandem, mit dem Sie ohnehin gern reden. Nichts davon ist Lernstoff. Genau deshalb wirkt es: Es hält die Sprache im Ohr, ohne dass Sie etwas abliefern müssen. Bei einer Kundin hat sich darüber am meisten verändert, nachzulesen in der Fallstudie.

Was ich weglassen würde

Vokabellisten mit hundert Wörtern. Grammatik-Apps mit Tagesserie. Und die Vorstellung, dass eine Stunde am Stück am Sonntagabend besser ist als viermal fünfzehn Minuten in der Woche, in der Sie die Sprache wirklich benutzen.

Was Sie in dieser Woche brauchen, steht in Ihrem Kalender. Suchen Sie das nächste englische Meeting heraus und bereiten Sie die drei Sätze vor. Mehr ist für den Anfang nicht nötig.

Wenn Sie dabei jemanden an Ihrer Seite wollen: Genau so arbeiten wir im 1:1 Englisch Training, an Ihren tatsächlichen nächsten Terminen. Der Einstieg ist das kostenlose Erstgespräch.

Fließend Englisch? Dann hören Sie auf zu pauken

Fließend Englisch? Dann hören Sie auf zu pauken

Fließend Englisch? Dann hören Sie auf zu pauken

Man hat Ihnen gesagt, dass Sie mehr lernen müssen. Mehr Vokabeln. Mehr Grammatik. Mehr Regeln.

Aber haben Sie sich je gefragt: “Hilft mir das wirklich?

Die Wahrheit?

  • Sie können 1.000 Wörter auswendig lernen und im Meeting trotzdem schweigen.
  • Sie können jede Grammatikregel kennen und trotzdem keinen Satz frei herausbekommen.
  • Sie können Ihren Akzent perfektionieren und trotzdem ins Stocken geraten.

Weil Lernen allein nicht reicht. Frei sprechen Sie nicht durch Perfektion, sondern durch Übung.

Also hören Sie auf:

  • stur Vokabeln zu pauken,
  • jede E-Mail fünfmal zu überarbeiten,
  • sich von Fehlern aufhalten zu lassen.

Und fangen Sie an:

  • zu sprechen,
  • Fehler zuzulassen,
  • echtes Englisch zu benutzen, so wie Sie es brauchen.

Sie sprechen nicht frei, weil Sie perfekt sind. Sie sprechen frei, weil Sie anfangen zu reden.

Trauen Sie sich.

Fangen Sie klein an. Sagen Sie im nächsten englischen Call einen Satz, den Sie sonst geschluckt hätten. Mehr braucht es nicht.

Und falls Sie sich fragen, warum Ihnen ausgerechnet dann die Wörter fehlen, die Sie längst haben: Kopf leer, Herz rast erklärt, was in dem Moment passiert. Wenn Sie das Sprechen üben wollen, ohne dass etwas davon abhängt, sind die Speak Easy Sessions kostenlos — eine halbe Stunde, ohne Tagesordnung.

„Einfach sprechen, nicht nachdenken” – und wann dieser Rat falsch ist

„Einfach sprechen, nicht nachdenken” – und wann dieser Rat falsch ist

„Einfach sprechen, nicht nachdenken” – und wann dieser Rat falsch ist

Ein Klient fragte mich kürzlich, wie er sicherer wird, wenn er Englisch spricht. Meine Antwort waren vier Wörter: Einfach sprechen, nicht nachdenken. Bei ihm hat das etwas gelöst.

Trotzdem stimmt der Satz nur zur Hälfte, und die andere Hälfte ist wichtiger.

Wo er stimmt

Während Sie sprechen, ist Nachdenken das Problem. Nicht das Nachdenken über die Sache — das läuft ohnehin —, sondern das über sich selbst. War das richtig? Klingt das komisch? Merkt sie, dass ich unsicher bin?

Diese Fragen kosten genau die Aufmerksamkeit, die Sie für den Satz gebraucht hätten. Deshalb wird man in dem Moment schlechter, in dem man besonders gut sein will.

Wo er nicht stimmt

Vorher. Vorher ist Nachdenken das Beste, was Sie tun können.

Ein Satz, den Sie sich vor dem Meeting zurechtlegen, kostet Sie im Meeting keine Aufmerksamkeit mehr. Er ist einfach da. Drei vorbereitete Sätze — ein Kernsatz, eine Frage, ein Übergang — nehmen dem Rest des Gesprächs den Druck, weil Sie wissen, dass Sie zumindest einen Fuß in der Tür haben. Wie das geht, steht hier.

Der Rat lautet also genauer: Denken Sie vorher nach, damit Sie es währenddessen nicht müssen.

Und was ist mit den Fehlern?

Die passieren. Die meisten Menschen hören auf das, was Sie sagen, nicht darauf, wie Sie es sagen. Ihr Akzent gehört dazu und zeigt, dass Sie in mehr als einer Sprache arbeiten.

Aber „Fehler sind egal” ist mir zu billig, wenn Sie in einer Verhandlung sitzen. Fehler sind selten das Problem. Das Problem ist die Zeit, die Sie darauf verwenden, sie zu vermeiden — und die fehlt Ihnen dann für Ihr Argument.

Für heute

Zwei Minuten Englisch, mit jemandem, bei dem nichts davon abhängt. Eine Kollegin, eine Freundin, meinetwegen laut für sich beim Autofahren. Eine Regel: keine Selbstkommentare während des Sprechens. Wenn Ihnen mitten im Satz einfällt, dass da ein Fehler war, sprechen Sie weiter.

Sie werden merken, dass der Satz zu Ende geht. Er geht fast immer zu Ende.

Wenn Sie das mit anderen üben wollen: Die Speak Easy Sessions sind kostenlos, eine halbe Stunde, ohne Tagesordnung.

Warum wir unter Druck ins Deutsche zurückfallen

Warum wir unter Druck ins Deutsche zurückfallen

Warum wir unter Druck ins Deutsche zurückfallen

„I would suggest we discuss about this topic next week.”

Wenn Sie den Satz laut lesen, hören Sie vielleicht nichts Auffälliges. Er ist trotzdem kein Englisch, sondern ein deutscher Satz in englischen Wörtern.

Gemeint ist hier nicht das, was üblicherweise Denglisch heißt — Handy, Homeoffice, englische Wörter im Deutschen. Gemeint ist die andere Richtung: deutsche Strukturen, die ins Englische wandern und dort nicht auffallen, weil jedes einzelne Wort stimmt.

Warum es ausgerechnet unter Druck passiert

Ihr Kopf macht in einem englischen Meeting vier Dinge gleichzeitig: zuhören, formulieren, prüfen, und im Hintergrund läuft weiterhin Deutsch. Wenn der Druck steigt, greift er auf das zurück, was am wenigsten Aufmerksamkeit kostet, und das sind die vertrauten deutschen Muster. Was dabei im Kopf passiert, habe ich hier beschrieben.

Deshalb sprechen viele in ruhigen Gesprächen sauberes Englisch und in der Verhandlung nicht.

Die vier Muster

1. Präpositionen. Sie werden mitübersetzt, obwohl sie sich nicht übersetzen lassen.

  • We discussed about the project → we discussed the project (kein „about”)
  • I waited on you → I waited for you. (Wait on heißt bedienen — Sie haben also serviert.)
  • We depend from the supplier → we depend on the supplier

2. Feste Verb-Nomen-Paare. Im Deutschen macht man eine Pause, im Englischen nimmt man sie.

  • make a break → take a break
  • hold a presentation → give a presentation
  • make a photo → take a photo
  • make homework → do your homework

Diese Paare kann man nicht herleiten. Man lernt sie als Paar oder gar nicht.

3. Seit wann etwas läuft. Der häufigste Fehler in Statusberichten:

  • We work on this since three years → We’ve been working on this for three years.
  • since nur für einen Zeitpunkt (since March), for für eine Dauer (for three years).

4. Falsche Freunde.

  • actual heißt tatsächlich, nicht aktuell (current)
  • eventually heißt schließlich, nicht eventuell (possibly)
  • become heißt werden, nicht bekommen (get)
  • control heißt steuern, nicht kontrollieren im Sinne von prüfen (check)
  • sensible heißt vernünftig, nicht sensibel (sensitive)

Was tatsächlich hilft

Nicht mehr Grammatik. Bausteine.

Sie können den Satz „Wir sollten das nächste Woche besprechen” jedes Mal neu übersetzen und dabei jedes Mal an derselben Präposition scheitern. Oder Sie legen sich Let’s discuss this next week zurecht und rufen ihn ab.

Legen Sie sich für die zehn Situationen, die bei Ihnen wöchentlich vorkommen, je einen Baustein zurecht: einen Vorschlag machen, widersprechen, um mehr Zeit bitten, einen Stand berichten. Zehn Sätze, die sitzen, ersetzen hundert, die Sie jedes Mal neu bauen müssen.

Und notieren Sie sich Verb und Nomen immer zusammen. Nicht presentation, sondern give a presentation. So entstehen die Muster gar nicht erst, die Sie später wieder loswerden müssen.

Für diese Woche

Achten Sie in einem einzigen Gespräch nur auf Präpositionen. Nicht korrigieren, nur bemerken. Sie werden feststellen, dass es immer dieselben zwei oder drei sind — und die haben Sie in einer Woche umgestellt.

Wenn Sie Ihre eigenen Muster kennen wollen: Genau darauf achte ich im 1:1 Englisch Training. Der Anfang ist das kostenlose Erstgespräch.

Small Talk auf Englisch, ohne dass es sich falsch anfühlt

Small Talk auf Englisch, ohne dass es sich falsch anfühlt

Small Talk auf Englisch, ohne dass es sich falsch anfühlt

Ein Muster sehe ich immer wieder: Komplexe Daten auf Englisch präsentieren, kein Problem. Aber sobald das Meeting in einen lockeren Austausch übergeht, wird es still.

Diese Sätze höre ich oft:

„Ich kann eine Zahlenreihe auf Englisch souverän vortragen, aber wenn jemand nach meinem Wochenende fragt, bin ich raus.”

„Smalltalk kommt mir wie Zeitverschwendung vor. Können wir nicht direkt zum Punkt kommen?”

„Ich weiß nicht, wie persönlich ich im Business werden darf.”

Das ist nachvollziehbar. In der deutschen Geschäftskultur gilt Direktheit als Respekt vor der Zeit der anderen. Smalltalk wirkt daneben schnell wie Füllmaterial.

Im englischsprachigen Business ist es umgekehrt. Wer ohne Vorlauf zur Sache kommt, wirkt nicht effizient, sondern schroff. Die fünf Minuten davor sind keine verlorene Zeit, sondern der Teil, in dem entschieden wird, wie das Gespräch danach läuft.

Drei Werkzeuge

1. Wetter plus eine Kleinigkeit. Das Wetter allein ist eine Sackgasse. Hängen Sie einen Halbsatz an, der weiterführt: This rain is unbelievable. I gave up on cycling to work last week. Jetzt hat Ihr Gegenüber etwas, woran es anknüpfen kann.

2. Antworten Sie nicht mit einem Wort. Auf How are you? ist Fine, thanks das Ende des Gesprächs. Pretty good — we’ve just launched a new project ist der Anfang von einem.

Zu „actually“ wird oft geraten: Es funktioniert nur dann gut, wenn wirklich ein kleiner Widerspruch mitschwingt. „Actually, I’m having a great day“ passt zum Beispiel, wenn Sie müde aussehen und es trotzdem gut läuft. Ohne diesen Kontrast klingt es schnell so, als wollten Sie etwas richtigstellen, das niemand behauptet hat.

3. Fragen Sie enger. Weite Fragen bekommen dünne Antworten.

  • Statt How was your weekend?Did you do anything special at the weekend?
  • Statt How are you?What’s keeping you busy at the moment?
  • Statt Nice weatherAre you staying for the summer or going away somewhere?

Was Sie erzählen dürfen, und was nicht

Die Frage, die am häufigsten kommt: Wie persönlich ist zu persönlich?

Sicher sind Wochenende, Reisen, Sport, Essen, Pendeln, Wetter, Serien, Haustiere. Ein Satz über Ihre Kinder ist in Ordnung, eine Geschichte über deren Schulnoten nicht.

Heikel sind Gehalt, Politik, Religion, Gesundheit, Alter und oft auch der Familienstand. Was in Deutschland als normale Nachfrage gilt („Verdient man da gut?“), kann im englischsprachigen Umfeld schnell als unhöflich oder zu privat wirken.

Und wenn Sie etwas nicht beantworten wollen: That’s a long story oder Oh, that’s a whole other conversation — mit einem Lächeln, dann eine Gegenfrage. Damit steigen Sie aus, ohne unhöflich zu sein.

Warum sich das lohnt

Smalltalk ist der Teil, in dem Sie als Mensch vorkommen. Genau das entscheidet später mit, ob jemand mit Ihnen arbeiten will — und es ist der Teil, den man mit Fachvokabular nicht ersetzen kann. Eine Kundin von mir hat monatelang gedacht, ihr fehle Business-Englisch. Gefehlt hat ihr die Sprache für die zehn Minuten vor dem Meeting. Wie sich das aufgelöst hat, steht in der Fallstudie.

Für das nächste Gespräch

Nehmen Sie eine der drei Fragen oben mit und stellen Sie sie. Mehr nicht. Sie werden merken, dass Ihr Gegenüber die Arbeit von da an übernimmt.

Wenn Sie das üben wollen, bevor es zählt: Die Speak Easy Sessions bestehen aus genau dieser Art Gespräch, eine halbe Stunde lang, kostenlos.

„Sounds good” – und das war’s? Warum Ihre englischen Mails länger dauern, als sie müssten

„Sounds good” – und das war’s? Warum Ihre englischen Mails länger dauern, als sie müssten

„Sounds good” – und das war’s? Warum Ihre englischen Mails länger dauern, als sie müssten

Sie sitzen zwanzig Minuten an einer englischen E-Mail. Sie wägen jedes Wort ab, prüfen den Satzbau, lesen zweimal von oben. Dann schicken Sie sie ab, und die Antwort lautet: Sounds good.

Zwei Wörter. Und genau da lohnt sich die Frage, wofür die zwanzig Minuten eigentlich waren.

Woran es meistens liegt

Nicht an Ihrem Englisch. An zwei Gewohnheiten, die Sie aus dem Deutschen mitbringen.

Die erste sind die Schlussformeln. „Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung” wird zu Please do not hesitate to contact me should you have any further questions. Dreizehn Wörter für etwas, das auf Englisch Let me know if you have questions heißt. Dasselbe gilt für „Anbei erhalten Sie” (Please find attached – geht, klingt aber nach Formular; I’m attaching ist normaler) und für „Ich wende mich an Sie bezüglich” (I’m writing about). Jede dieser Formeln ist korrekt. Zusammen machen sie aus einer Mail ein Schriftstück.

Die zweite ist die Vollform. Deutschsprachige schreiben I am, we will, do not, weil das in der Schule richtig war. Muttersprachler schreiben I’m, we’ll, don’t, auch geschäftlich. Diese eine Umstellung macht mehr aus als jede Vokabel.

Vier Erlaubnisse

  1. Kurzformen benutzen. I’m attaching the figures statt I am attaching the figures. In fast jeder Geschäftsmail richtig.
  2. Mit and oder but anfangen. But we’d need the numbers first. Völlig üblich, auch schriftlich.
  3. Präpositionen ans Satzende stellen. This is exactly what I was looking for. Ganz normal. Die „Regel“ ist ein Grammatikprodukt mit lateinischem Beigeschmack.
  4. Kurz halten. Statt I am writing to inform you that, owing to unforeseen circumstances, the meeting will need to be postponed genügt intern: Something came up – can we move the meeting?

Zum letzten Punkt eine Einschränkung: Der Ton richtet sich nach der Empfängerin. Was im Team-Chat gut ist, ist in der ersten Mail an einen neuen Kunden zu leger. Die Faustregel: Kurzformen und einfache Wörter passen überall, ein Something came up nicht.

Der Test vor dem Absenden

Fragen Sie sich nicht, ob die Mail fehlerfrei ist. Fragen Sie sich: Weiß die Empfängerin nach dem Lesen, was sie tun soll?

Wenn ja, ist die Mail fertig. Niemand zählt Ihre Kommata. Und Sounds good ist übrigens keine Enttäuschung, sondern die beste Antwort, die es gibt: Ihre Mail war so klar, dass zwei Wörter zur Antwort gereicht haben.

Für die nächste Mail

Schreiben Sie sie so, wie Sie die Sache am Telefon sagen würden, und ersetzen Sie danach jede Vollform durch eine Kurzform. Deutlich schneller als zwanzig.

Und falls Ihnen dabei auffällt, dass Ihre Sätze eher zu vorsichtig als zu steif sind, ist das die andere Baustelle: Wie Sie sich auf Englisch selbst entschärfen.