Was heißt eigentlich verhandlungssicheres Englisch?

Was heißt eigentlich verhandlungssicheres Englisch?

Was heißt eigentlich verhandlungssicheres Englisch?

In deutschen Lebensläufen steht ein Wort, das es im Englischen gar nicht gibt: verhandlungssicher. Es steht auch in Stellenanzeigen und in Zielvereinbarungen, und wenn ich Menschen frage, was es bedeutet, bekomme ich fünf verschiedene Antworten. Meistens läuft es auf dasselbe hinaus: keine Fehler, keine Pausen, immer das richtige Wort.

So spricht niemand. Auch keine Muttersprachler.

Was im Kopf mit „fließend” gemeint ist

Ohne Pausen, ohne Zögern, ohne „ähm”. Perfekt und mühelos, von vorn bis hinten.

Hören Sie am Montag einmal Ihren englischen Kolleginnen genau zu. Sie verhaspeln sich, setzen neu an, suchen nach Wörtern, sagen sort of und you know und what’s it called. Sie korrigieren sich mitten im Satz. Und niemand entschuldigt sich dafür, die eigene Muttersprache nicht perfekt zu sprechen.

Was Sie an sich selbst als Mangel hören, ist bei den anderen einfach gesprochene Sprache.

Pausen sind nicht Ihr Problem

Wenn Sie zögern oder ein Wort suchen, sagt das nichts über Ihr Niveau. Es zeigt, dass Sie gerade denken.

Und Ihr Gegenüber braucht diese Pausen. Wer zuhört, muss verarbeiten, und Verarbeitung braucht Zeit. Ein Vortrag ohne jede Pause ist anstrengender zu verfolgen, nicht leichter. Was Sie für Stolpern halten, ist für die anderen im Raum oft die Stelle, an der sie nachkommen.

Ein brauchbarerer Maßstab

Fragen Sie nach dem Meeting nicht: Habe ich Fehler gemacht? Fragen Sie: Ist das passiert, was ich wollte?

Hat die Kollegin verstanden, worum ich gebeten habe. Hat der Kunde zugesagt. Ist der Einwand angekommen, den ich vorbringen wollte. Das ist der einzige Maßstab, an dem sich Sprache im Beruf messen lässt, und er hat mit Fehlerfreiheit wenig zu tun.

Nach diesem Maßstab sind die meisten meiner Kund:innen verhandlungssicher, lange bevor sie es glauben.

Was tatsächlich fehlt

Nicht der Wortschatz und nicht die Grammatik. Was unter Druck verlorengeht, ist der Zugriff darauf. Daran lässt sich arbeiten, nur eben nicht über die nächste Niveaustufe – warum ich damit gar nicht erst anfange, steht in einem eigenen Beitrag.

Hören Sie auf, sich zu entschuldigen. Sprechen Sie, machen Sie Fehler, und achten Sie darauf, was danach passiert. Meistens ist es genau das, was Sie wollten.

Wenn Sie das ausprobieren wollen, ohne dass etwas davon abhängt: Die Speak Easy Sessions sind kostenlos.

Sechs Strategien, wenn Ihnen ein Wort auf Englisch nicht einfällt

Sechs Strategien, wenn Ihnen ein Wort auf Englisch nicht einfällt

Sechs Strategien, wenn Ihnen ein Wort auf Englisch nicht einfällt

Sie sitzen im Meeting und suchen ein Wort. Es ist da, irgendwo, aber es kommt nicht. Der Satz steht still, und je länger er steht, desto weniger fällt Ihnen ein. Warum das passiert, habe ich hier beschrieben. Hier geht es um das, was Sie in diesem Moment tun können.

Sechs Wege, alle sofort einsetzbar.

1. Nehmen Sie das verwandte Wort

Sie brauchen nicht das treffende Wort, Sie brauchen ein Wort, das trägt.

  • Statt delighted: I’m very happy about this.
  • Statt to terminate: to end the contract.
  • Statt feasible: possible.

Weniger elegant, sofort verstanden. Und im internationalen Meeting kommt das einfachere Wort ohnehin besser an.

2. Sagen Sie das Gegenteil und setzen Sie „not” davor

  • Sie suchen unrealistic: That’s not realistic.
  • Sie suchen reluctant: They’re not very keen.
  • Sie suchen insufficient: That’s not enough.

Das ist keine Notlösung. Im Englischen ist diese Form ausgesprochen üblich und klingt sogar etwas diplomatischer als das direkte Wort.

3. Beschreiben Sie, was die Sache tut

Nehmen Sie ein einfaches Wort und ergänzen Sie mit for oder einem Nebensatz. Genau so erklären Muttersprachler Begriffe, die ihr Gegenüber nicht kennt.

Kündigungsfrist → the time you have to tell us before you end the contract
Abnahme → the moment the customer says the work is finished
Lieferengpass → a problem getting the parts we need

Drei Sekunden länger, und alle im Raum wissen, worum es geht. Auch die, die das Fachwort nicht kannten.

4. Fangen Sie mit der Kategorie an

Wenn Ihnen gar nichts einfällt, sagen Sie zuerst, worum es überhaupt geht: There’s a legal issue here. This is about the schedule. Der Rest kommt, während Sie sprechen, und Ihr Gegenüber hilft oft mit dem Wort aus.

5. Nehmen Sie die Hände dazu

Das Gestikulieren sei unprofessionell, ist ein Mythos. It’s about this big. You press it like this. Hände machen Ihre Botschaft schneller klar als jede Vokabel, und im Video-Call funktionieren sie genauso.

6. Fragen Sie einfach

Die unterschätzteste Strategie: What’s the word for this? Oder direkt: In German we say Kündigungsfrist — what do you call that?

Das wirkt nicht unsicher. Es wirkt wie jemand, der das Thema so gut kennt, dass ihm nur die Vokabel fehlt. Und wenn im Raum noch andere Nicht-Muttersprachler sitzen, haben Sie gerade drei Leuten geholfen, die dasselbe Wort nicht wussten.

Der Unterschied ist hörbar

Vergleichen Sie: Uh… um… I’m looking for… wait… what’s the word… uh…

Und: There’s a legal point I want to raise — the time you have to tell us before you end the contract. What do you call that in English?

Die zweite Version ist kein schlechteres Englisch. Sie ist eine gelungene Kommunikation und dazu ein souveräner Auftritt. Das Wort lernen Sie danach in zehn Sekunden, und dann sitzt es für immer, weil Sie es gebraucht haben.

Wenn Sie das üben wollen, bevor es ernst wird: Die Speak Easy Sessions sind kostenlos, eine halbe Stunde, ohne Tagesordnung.

Sechs Sätze, einmal ins Klare übersetzt

Sechs Sätze, einmal ins Klare übersetzt

Sechs Sätze, einmal ins Klare übersetzt

Buzzwords erkennt man leicht. Sie loszuwerden ist schwerer, weil in dem Moment, in dem Sie sie streichen, ein Loch entsteht und Sie etwas Konkretes hineinschreiben müssen.

Sechs Sätze, wie sie in Meetings tatsächlich fallen, und daneben, was gemeint war.

We are initiating a change process to optimise cross-departmental collaboration.
→ We are improving teamwork between departments.
Our goal is to develop a scalable solution for digital transformation.
→ We are building software to help our company go digital.
I would like to ascertain whether we have alignment regarding the implementation timeline.
→ Are we all okay with the schedule?
There is significant potential for optimisation in this process.
→ This process is slow. Here’s where.
We need to align on the deliverables going forward.
→ Can we agree who does what by Friday?
We must leverage our core competencies to facilitate impactful innovation.
→ We should build on what we’re already good at.

Was in allen sechs Fällen dasselbe war

Die Handlung steckte in einem Substantiv. Optimisation, alignment, implementation, transformation, innovation — jedes dieser Wörter ist ein verkleidetes Verb. Und solange die Handlung als Substantiv im Satz sitzt, kommt niemand vor, der sie tut.

Daraus wird ein Verfahren, das Sie an jedem eigenen Satz anwenden können:

  1. Suchen Sie die Wörter auf -tion, -ment, -ance. Jedes davon war einmal ein Verb. Optimisation → improve. Implementation → do. Alignment → agree.
  2. Fragen Sie: Wer tut es? Buzzword-Sätze haben oft kein Subjekt, das handelt. Setzen Sie eins ein: we, the team, you.
  3. Fragen Sie: Woran würde man merken, dass es passiert ist? Die Antwort ist meistens Ihr eigentlicher Satz. „Teamwork between departments” ist das, woran man Optimierung merkt.

Drei Schritte, ein deutlich kürzerer Satz.

Für diese Woche

Nehmen Sie Ihre letzte englische Mail und suchen Sie ein einziges Wort auf -tion. Schreiben Sie den Satz neu, mit einem Verb und jemandem, der handelt. Sie werden sehen, dass er kürzer wird und Sie trotzdem nichts weglassen mussten.

Und falls Ihnen dabei auffällt, dass Ihre Sätze eher zu vorsichtig als zu kompliziert sind, ist das eine andere Baustelle: Wie Sie sich auf Englisch selbst entschärfen.

Wenn Sie das an Ihren echten Präsentationen und Mails durchgehen wollen, geht das im 1:1 Englisch Training – der Einstieg ist das kostenlose Erstgespräch.

KI kann viel für Ihr Englisch tun. Eines nicht.

KI kann viel für Ihr Englisch tun. Eines nicht.

KI kann viel für Ihr Englisch tun. Eines nicht.

Ich arbeite jeden Tag mit KI. Sie hilft mir, Gedanken zu sortieren, Formulierungen zu finden und drei Varianten nebeneinanderzulegen, um zu sehen, welche trägt. Dafür ist sie hervorragend, und ich möchte sie nicht mehr missen.

Im Stich lässt sie mich bei den Nuancen. Ein Satz kann grammatisch einwandfrei sein und trotzdem nicht klingen wie etwas, das ein Mensch in dieser Situation sagen würde. Das merke ich erst, wenn ich ihn laut lese.

Deshalb halte ich es so: die KI als Sparringspartnerin, nicht als letzte Instanz. Und genauso würde ich es Ihnen empfehlen.

Wofür sie sich lohnt

Für alles Geschriebene. Eine E-Mail, die klarer klingen soll. Ein Satz, für den Ihnen das passende Wort fehlt. Ein Text, dessen Ton zu steif geraten ist. Das passiert an Ihrem Schreibtisch, mit Zeit und in Ruhe: Sie tippen, lesen, überarbeiten. Da ist die KI schnell und zuverlässig, sie ist nachts um elf noch da, und sie wird nie ungehalten, wenn Sie dieselbe Frage zum vierten Mal stellen.

Wenn Sie eine Regel wissen oder eine Mail glätten wollen, brauchen Sie mich nicht.

Nur geraten die meisten woanders ins Stocken

Im Meeting, wenn jemand unerwartet eine Frage stellt und Sie eine halbe Sekunde haben. Im Call, wenn die Diskussion das Tempo wechselt. In dem Moment, in dem Ihr Kopf leer wird, obwohl Sie das alles auf Englisch längst können.

Genau dort hört auf, was eine KI für Sie tun kann. Und zwar an drei Stellen.

1. Sie merkt nicht, wann Sie aufgeben

Mein Kunde Max fragte mich kürzlich, wann man „If I win…” statt „If I won…” benutzt. Ich habe es erklärt. Er seufzte und sagte: „Das verstehe ich einfach nicht.” Was ChatGPT dabei nicht gesehen hat: wie seine Schultern sackten.

Eine KI antwortet auf das, was Sie eingeben. Sie hört nicht, dass Ihre Stimme dünner wird, und sie bemerkt nicht, dass Sie eine bestimmte Frage seit drei Wochen umgehen. Genau diese Dinge sagen mir, woran wir tatsächlich arbeiten müssen. Meistens ist es etwas anderes als das, wonach jemand gefragt hat.

2. Sie bringt Sie nicht zum Sprechen

Haben Sie schon einmal mit einer App geübt und sich danach trotzdem nicht getraut, im Meeting den Mund aufzumachen? Willkommen im Club. Eine KI kann Ihnen tausend Sätze schreiben. Laut sagen müssen Sie sie selbst.

Eine Klientin sollte eine Präsentation auf Englisch halten und war so nervös, dass sie überlegte, sich krankzumelden. Wir haben die Präsentation fünfmal geübt, und nach jedem Durchlauf habe ich ihr eine Stelle gezeigt, die saß: „Haben Sie gemerkt, wie ruhig Sie diesmal die Zahlen gesagt haben?” Nach dem letzten Durchlauf sagte sie: „Wissen Sie was? Ich freue mich sogar darauf.

Ein perfektes Skript hätte die KI auch geschrieben. Das Zittern aus ihrer Stimme nehmen konnte sie nicht.

3. Sie wartet nicht auf Sie

Ein Termin im Kalender, an dem jemand sitzt und mit Ihnen sprechen will, wirkt anders als ein Chatfenster, das Sie auch morgen öffnen können. Das ist kein pädagogisches Wunder, sondern schlicht Verbindlichkeit. Sie ist der Grund, warum Menschen mit einer Trainerin dranbleiben und mit einer App meistens nicht.

Die Grenze verläuft ziemlich klar

KI für das Geschriebene, ein Mensch für das Gesprochene. Das eine bereiten Sie in Ruhe vor. Das andere entsteht live, unter Druck, im Raum.

Nutzen Sie die KI also ruhig für alles, was auf Ihrem Schreibtisch liegt. Aber das, was darüber entscheidet, wie Sie unter Druck rüberkommen, passiert nicht am Bildschirm. Es passiert im Gespräch.

Wenn Sie das üben wollen: Bei den Speak Easy Sessions reden Sie eine halbe Stunde lang mit echten Menschen, ohne Skript und ohne dass etwas davon abhängt. Und wenn Sie an Ihren eigenen Situationen arbeiten möchten, ist das kostenlose Erstgespräch der Anfang.

Und jetzt Sie: Wobei hilft Ihnen die KI beim Englisch tatsächlich weiter, und an welcher Stelle merken Sie, dass etwas fehlt? Ich bin gespannt, ob es bei Ihnen dieselbe Stelle ist wie bei mir.

Fortgeschrittenes Englisch: Was bedeutet das wirklich?

Fortgeschrittenes Englisch: Was bedeutet das wirklich?

Fortgeschrittenes Englisch: Was bedeutet das wirklich?

Englisch lernen ist wie jede andere Fähigkeit. Sie fangen als Anfängerin an und arbeiten sich nach oben. Wahrscheinlich sind Ihnen schon viele Lehrer, Apps und Bücher begegnet, die versprechen, Sie auf ein „fortgeschrittenes” Niveau zu bringen.

Aber was heißt „fortgeschrittenes Englisch” eigentlich? Bei dem Begriff lohnt sich ein zweiter Blick.

1. Fortgeschrittener Wortschatz – muss es immer kompliziert sein?

Bei fortgeschrittenem Englisch denken viele zuerst an einen größeren Wortschatz. Statt bad sagt man detrimental, statt happy vielleicht ecstatic. Aber warum gelten diese Wörter als fortgeschritten?

Der eigentliche Grund: Sie kommen seltener vor. Bad begegnet Ihnen ständig, detrimental nur ab und zu. Fortgeschrittener Wortschatz ist oft schlicht selten verwendeter Wortschatz.

Und das hat einen Haken. Viele englische Gespräche finden heute zwischen Nicht-Muttersprachlern statt, mit einem kleineren Wortschatz. Ihr Gegenüber kennt das seltene Wort vielleicht nicht. Selbst Muttersprachler greifen im Gespräch oft zu einfachen Wörtern, weil das Gehirn seltene Wörter langsamer abruft.

Der Princeton-Psychologe Daniel Oppenheimer hat außerdem gezeigt, dass unnötig komplizierte Synonyme den Verfasser weniger kompetent wirken lassen, nicht klüger. Sein Aufsatz trägt den Titel „Consequences of erudite vernacular utilized irrespective of necessity: problems with using long words needlessly” – auf Deutsch etwa „Folgen des unnötigen Einsatzes gelehrter Ausdrucksweise: Probleme, die entstehen, wenn man lange Wörter ohne Grund verwendet.”. Man könnte auch sagen: Warum unnötig lange Wörter dumm aussehen lassen.

2. Komplexe Sprache: Warum „Legalese” keine Lösung ist

Ein anderes Beispiel für vermeintlich fortgeschrittenes Englisch ist „Legalese”, die Sprache der Juristen. Sie gilt als schwierig und komplex. Aber warum?

Forschende am MIT haben genau das untersucht. Ihr Ergebnis: Juristische Texte sind schwer verständlich, weil sie nach bestimmten Konventionen schwer lesbar geschrieben werden (vor allem durch verschachtelte Sätze und teils unnötigen Jargon) – nicht, weil der Inhalt zwangsläufig ein höheres Sprachniveau braucht.

Neuere Studien deuten sogar darauf hin, dass diese Sprache bewusst einen Ton von Autorität und Besonderheit erzeugt, den inzwischen auch Nicht-Juristen einsetzen.

Denken Sie an die Nutzungsbedingungen, denen Sie zustimmen, ohne sie zu lesen. Die meisten winken sie durch, weil die Sprache sie abschüttelt.

Quelle: MIT study explains why laws are written in an incomprehensible style.
Veröffentlicht auf MIT News am 19. August 2024 (bzw. 18./19. August 2024, je nach Zeitzone).

3. Fortgeschritten heißt: Sie werden verstanden

Gelungene Kommunikation heißt, dass Ihr Gegenüber versteht, was Sie meinen. Wer eine Sprache benutzt, die der andere nicht mitgeht, kommuniziert nicht, sondern baut eine Mauer. Komplexe Grammatik und seltene Wörter helfen dabei nicht, sie schränken Sie eher ein.

Sie müssen nicht mehr Englisch lernen. Sie müssen mehr üben.

Und Sie müssen nicht warten, bis es perfekt ist. Haben Sie schon einmal etwas nicht gesagt, weil Ihr Englisch angeblich noch nicht gut genug war? Stunden mit Vokabeln verbracht, die Sie nie gebraucht haben? Genau das kostet Sie Gespräche, während der Wortschatz, den Sie längst haben, im Regal steht.

Fortgeschrittenes Englisch heißt am Ende: klar sprechen, ruhig bleiben, verstanden werden. Geschichten erzählen, Ideen teilen, Verbindung herstellen. Alles andere ist Dekoration.

Wenn Sie das üben wollen, ohne dass etwas davon abhängt: Die Speak Easy Sessions sind kostenlos. Und warum Ihnen ausgerechnet unter Druck die Wörter fehlen, die Sie längst haben, steht in Kopf leer, Herz rast.

Englische Grammatik verständlich erklärt: 4 Regeln mit Eselsbrücken, die Sie nicht mehr vergessen

Englische Grammatik verständlich erklärt: 4 Regeln mit Eselsbrücken, die Sie nicht mehr vergessen

Englische Grammatik verständlich erklärt: 4 Regeln mit Eselsbrücken, die Sie nicht mehr vergessen

Ich schreibe hier oft, dass Grammatik selten das ist, was Sie im Meeting ausbremst. Das gilt weiterhin. Es gibt aber eine Handvoll Punkte, bei denen ein Fehler die Bedeutung verändert, und dann hilft alle Präsenz nichts. Wer sagt „I am boring“, hat sich nicht ungeschickt ausgedrückt, sondern etwas anderes gesagt als gemeint.

Vier davon lohnen sich. Für jeden gibt es ein Bild, das im Kopf bleibt.

1. Adjektive mit -ing und -ed

  • -ed beschreibt, wie sich jemand fühlt: He is bored. (Er langweilt sich.)
  • -ing beschreibt, was etwas oder jemand auslöst: He is boring. (Er ist langweilig.)

Noch ein Paar: She is interested (sie interessiert sich) gegen She is interesting (sie weckt Interesse).

Merksatz: -ed hat mit Emotionen zu tun, beide enthalten ein e. -ing zeigt auf die Ursache.

Von allen vier Punkten ist dieser der teuerste, weil der Fehler ausgerechnet in Vorstellungsrunden passiert.

2. Much, many, a lot of

  • Much für Unzählbares: water, time, information. → I don’t have much time.
  • Many für Zählbares: people, books, apples. → How many books do you have?
  • A lot of für beides.

Merksatz: Much klingt wie Matsch, und Matsch kann man nicht zählen. Many enthält ein n wie Nummer, also zählbar.

Eine Feinheit, die selten jemand erwähnt: Im positiven Aussagesatz klingen much und many steif. I have much time sagt niemand. Nehmen Sie dort a lot of, und heben Sie sich much und many für Fragen und Verneinungen auf.

3. Present Perfect

Es fällt Deutschsprachigen schwer, weil es keine Entsprechung im Deutschen gibt. Sie brauchen es in drei Fällen:

  • Erfahrung, ohne dass der Zeitpunkt zählt: I have been to London before.
  • Etwas, das in der Vergangenheit begann und noch andauert: I have lived here for five years.
  • Eine Handlung, deren Folge jetzt spürbar ist: I have lost my keys. (…und habe sie deshalb gerade nicht.)

Merksatz: Das Present Perfect ist eine Brücke. Sie führt von der Vergangenheit ins Jetzt. Sobald Sie den Zeitpunkt nennen (yesterday, in 2019, last week), verlassen Sie die Brücke und nehmen das Simple Past.

4. False Friends

Sie sehen vertraut aus und meinen etwas anderes:

  • actual heißt tatsächlich, nicht aktuell. (Aktuell: current.)
  • eventually heißt schließlich, nicht eventuell. (Eventuell: possibly.) „We will eventually sign” verspricht mehr, als Sie vielleicht meinen.
  • become heißt werden, nicht bekommen. I become a coffee bestellt keinen Kaffee.
  • sympathetic heißt mitfühlend, nicht sympathisch. (Sympathisch: likeable, nice.)
  • chef heißt Koch. Ihr Chef ist Ihr boss oder manager.

Merksatz: False Friends sind der Wolf im Schafspelz. Je vertrauter ein Wort aussieht, desto genauer sollten Sie hinsehen.

Was Sie damit machen

Suchen Sie sich einen dieser vier Punkte aus, den, der Ihnen beim Lesen bekannt vorkam, und achten Sie eine Woche lang nur darauf. Schreiben Sie drei eigene Sätze damit und lesen Sie sie laut. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie sie von einer KI prüfen und fragen Sie dabei nicht nur „ist das korrekt“, sondern „würde das ein Muttersprachler in einem Meeting so sagen“.

Mehr als vier Regeln brauchen Sie fürs Erste nicht. Alles andere entscheidet sich ohnehin nicht in der Grammatik, sondern in dem Moment, in dem Sie sprechen – darüber schreibe ich hier.